Das vom deutschen Bundesministerium für Bildung und Forschung unter den Förderkennzeichen 03ZK114AA und 03ZK114AB geförderte Projekt Tools4Life wurde von Mai bis Oktober 2020 in Göttingen durchgeführt. Die Initiative zielte darauf ab, ein zukünftiges Cluster zu schaffen, das Spitzenforschung in hochauflösender Mikroskopie und Point-of-Care-Diagnostik in industrielle und klinische Anwendungen überführt. Das Projektbudget betrug insgesamt 210 723 €, wovon 168 578,51 € vom Ministerium bewilligt wurden, was einer Förderquote von 80 % entspricht. Die Personalkosten wurden mit 151 175,58 € geplant und mit 138 387,71 € realisiert, während die Gemeinkosten mit 15 667,56 € veranschlagt und 14 338,77 € ausgegeben wurden. Das Projekt war in sieben Arbeitspakete unterteilt, die das organisatorische Design, die Analyse der Forschungsergebnisse, die Entwicklung einer Innovationsstrategie, die Optimierung der Partnerstruktur, die Formulierung von Projektkonzepten, die Unterstützung von jungen Forschern und Start-ups sowie eine abschließende Synthese des Gesamtkonzepts umfassten.
Technisch gesehen entstand im Rahmen des Projekts der Prototyp eines MINFLUX-Mikroskops, das für den automatisierten Einsatz in der Biopharmazie konzipiert wurde. Dieses Instrument kombiniert eine räumliche Auflösung im Nanometerbereich mit Hochdurchsatzfähigkeiten und ermöglicht detaillierte molekulare Untersuchungen, die für die Entdeckung von Medikamenten und die Qualitätskontrolle unerlässlich sind. Die Strategie des Clusters zielte auch auf die Entwicklung von Point-of-Care-Tests der nächsten Generation – SniPoCC – durch eine Partnerschaft mit IFNANO, Max-Planck-Innovation, der Life Science Factory und SNIC. Diese Tests sind für die Veterinär-, Human-, Forensik-, Umwelt- und Gefahrstoffanalyse bestimmt und beinhalten digitale Portierung und intelligente Produktkonzepte, um die Benutzerfreundlichkeit und Datenintegration zu verbessern. Die analytische Arbeit des Projekts identifizierte technische Hindernisse, Lücken in der Technologiereife und regulatorische Herausforderungen, die den Übergang von Laborprototypen zu marktreifen Produkten behindern könnten. Durch die Kategorisierung dieser Hindernisse legte das Team den Grundstein für eine gezielte Risikominderung und die Entwicklung einer regulatorischen Strategie.
Das Netzwerk der Zusammenarbeit war umfangreich. Zu den Kernpartnern gehörten das Fraunhofer-Institut für Translationale Medizin und Pharmakologie, die Georg-August-Universität, die Universitätsmedizin Göttingen, Abberior Instruments, Evotec, NanoTag Biotechnologies und Sartorius. Regionale Akteure wie der Innovationscampus Südniedersachsen, die Südniedersachsenstiftung, der Photonics Incubator Göttingen, Startup Göttingen, MBM ScienceBridge, Max-Planck-Innovation, die Göttinger Stadtentwicklungsgesellschaft und die Wirtschaftsförderung der Region Göttingen wurden in die Innovationsstrategie eingebunden. Das Organisationsmodell des Clusters wurde im Rahmen von Workshops und Videokonferenzen entwickelt. Dabei wurden Instrumente wie das Value Proposition Canvas und die Open Space-Methode eingesetzt, um die Erwartungen der Stakeholder abzustimmen und eine gemeinsame Vision zu definieren.
Die Konzeptphase gipfelte in einem Strategiedokument und einem Portfolio erster Projekte, die am 1. November 2020 bei der Fördereinrichtung eingereicht wurden. Der Vorschlag wurde der Wettbewerbsjury am 26. Januar 2021 vorgelegt und markierte damit den Übergang von der Konzeptionsphase zur Umsetzung. Der Tools4Life-Cluster hat somit nicht nur die technischen Fähigkeiten im Bereich der hochauflösenden Mikroskopie und der Point-of-Care-Diagnostik weiterentwickelt, sondern auch einen stabilen Rahmen für die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Industrie und regionalen Entwicklungsagenturen geschaffen und Göttingen als globales Zentrum für Photonik und Life-Science-Innovationen positioniert.

